Mit der Person Gauck werden viele Erwartungen, bei manchen auch Befürchtungen, verknüpft. Einer der Bedenkenträger hat sich bereits Anfang letzter Woche, stellvertetend für seine Sippe, zwar wort- aber wenig geistreich auf Welt-Online geäussert. Der Titel des Artikel zeigt wohin die Reise geht:
Totalitarismus-Debatte: Gauck könnte den Holocaust-Konsens aufkündigen
Seit Richard von Weizsäcker gilt der Holocaust als einzigartiges Verbrechen. Das könnte sich jetzt, 25 Jahre nach dem Historikerstreit, ändern. Eine Widerrede.
Zur Erinnerung: Der damalige Bundespräsident Weizsäcker deutet in seiner Rede zum 8.Mai’45 im Jahr 1985 den Tag kurzerhand zum “Tag der Befreiung” um. Neutral formuliert ist es der Tag der Kapitulation, für andere wiederrum der Tag der Niederlage. Niederlage? Das hört sich nach Autobahn an, war es doch das Nazi-Deutschland (mit Betonung auf dem ersten Wort), welches kapitulierte. Mit der Kapitulation endete aber nicht nur die 12-jährige Herrschaft der Nationalsozialisten, vulgo: dem “Dritten Reich“, sondern auch die erste parlamentarische Demokratie auf deutschem Boden, nämlich die Weimarer Rpublik. Die nationalen Sozialisten hatten durch das Ermächtigungsgesetz die Weimarer Verfassung zwar faktisch ausgehebelt, agierten aber formal innerhalb deren Rahmen. Die Widerständler des 20. Juli 1944 um Claus Schenk Graf von Stauffenberg waren Protagonisten des “Geheimen Deutschlands“. Verkürzt dargestellt war ihr Ziel Hitler und die seinen zu beseitigen, den Krieg, zumindest im Westen, zu beenden und dabei die Weimarer Republik zu erhalten. Entscheidend bei diesem Attentat war dass es sich um deutschen Widerstand auf höchstem Niveau handelte. Es war sowohl der letzte als auch ernsthafteste Versuch zu retten, was noch zu retten war. Stauffenberg und die seinen spielten daher in der Nachkriegsgeschichte eine wesentliche Rolle, symbolisieren sie doch dass es auch in der NS-Zeit einen ernstzunehmdenen Widerstand gegen das Regime in den deutschen Eliten gab.
Konservative Revolutionäre
Es ist allgemein bekannt dass das Attentat scheiterte – selbst wenn es nicht gescheiterte wäre, so ist es doch höchst fraglich ob die Rechnung mit dem Westfrieden aufgegangen wäre. Hätte, könnte, wollte – eine Diskussion darüber ist müsig. Fakt ist: Die Weimarer Repbulik wurde 1949 durch das Staatsgebilde der “Bundesrepublik Deutschland” ersetzt. Das zwar löbliche, aber doch provisorische Grundgesetz, stellt trotz aller Beteuerungen keinen Verfassung dar. Die Behauptung das Grundgesetz hätte “Verfassungsrang” zeugt noch heute davon dass die Bundesrepublik ein völkerrechtlich mit heisser Nadel gestricktes Konstrukt ist. (weiterlesen …)
Pfaffenspiegel – Historische Denkmale des Fanatismus in der römisch-katholischen Kirche
Die Uhr der Zeit
läßt nicht zurück sich stellen,
Denn vorwärts drängt
der Zeiger ohne Rast,
Und all das Bollwerk
wird und muß zerschellen,
Das hemmend
in des Rades Speichen faßt.
Pio Nono! (An Papst Pius den Neunten)
Sollte Dir, heiligster Vater, dieses Büchlein gefallen und Du mir solches öffentlich zu erkennen geben, so will ich mich bemühen, mit ähnlichen Geschenken aufzuwarten
Ulrich von Hutten
Die Welt ist schon oft mit einem Narrenhause verglichen worden. Der Vergleich ist für uns nicht schmeichelhaft, aber leider ist er passend. Schauen wir um uns! Wo wir hinsehen, finden wir die charakteristischen Kennzeichen eines Tollhauses… Dort erblicken wir hochmütige Narren, die sich für die Herren der Welt halten und steif und fest glauben, Gott habe dieselbe mit allen Menschen nur zu ihrem Privatvergnügen geschaffen; vor ihnen liegen Millionen noch größerer Narren im Staube, die ihnen glauben und demutsvoll gehorchen.
Dort sitzt ein anderer und nennt sich Vizegott. Er liebt das Geld wie ein altrömischer Statthalter, und die Menge rennt herbei und füllt ihm die Taschen mit Gold, wofür er ihr Einlaßkarten – zum Himmel gibt. Dort knien tausende anbetend vor einer Bildsäule, dort vor einer Schlange, dort vor einem Ochsen. Jene beten die Sonne an, diese den Mond, andre das Wasser.
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behauptet Frank Lisson in seinem neuen Buch:
Die Verachtung des Eigenen
Ursachen und Verlauf des kulturellen Selbsthasses in Europa
Das Abendland war der Weltgestalter schlechthin, strotzend vor Selbstbewußtsein unterwarf es die anderen Kontinente seinen Prinzipien, seiner Wissenschaftlichkeit und seinem Seinsverständnis. Um 1950 jedoch setzte eine Infragestellung des Eigenen ein, die in passive Selbstvergessenheit ebenso mündete wie in aktive Selbstauflösung.
Diese Verachtung des Eigenen wird von den Europäern selbst als wünschenswerter “Schritt von sich weg” begrüßt und als Fortschritt begriffen. Kann sich eine Kultur also erschöpfen und das eigene Verschwinden betreiben? Sie kann, sagt Frank Lisson: Die Verachtung des Eigenen ist umgekehrte Überhöhung des Eigenart. Der selbstzerstörerische Antrieb ist dort zu suchen, wo jahrhundertelang der Antrieb für den globalen Aus- und Übergriff heißlief.
Nach Homo absolutus legt Lisson nun seinen zweiten großen Entwurf unserer Lebensmöglichkeit “nach den Kulturen” vor.
Das Buch erschien Anfang Januar 2012.
Verlag Edition Antaios
246 Seiten, gebunden
ISBN/EAN: 3935063393
PREIS: 25,00 EUR incl. 7 % UST exkl. Versandkosten
Die Ursachen der willigen Selbstverslavung der Menschen unter die Sozialsstaatsdemokratur seit 1918
Der grössere Teil Europas war (durch die Weltkriege) mehrfach der Zerstörung und feindlichen Okkupation ausgesetzt. Noch ist die Freiheitsliebe nicht ganz erstickt, aber der Wunsch nach Ordnung und Sicherheit sitzt tiefer. Daraus ist die wachsende politische Unterwürfigkeit gegenüber den Regierungen – wie immer sie sein mögen – zu erklären. Man ignoriert, daß die Regierungen Ordnung und Sicherheit nicht mehr gewährleisten können, ja vielfach für Unordnung und Unsicherheit die Verantwortung tragen.
Ist überall hier die Analogie zum Beginn der Feudalära (im 8. /9. Jahrhundert) besonders ausgeprägt, so bestehen in zwei Punkten entscheidende Unterschiede:
Der Mensch der Feudalzeit unterwarf sich nicht bedingungslos (wie der Demokrat), Rechte und Pflichten waren zweiseitig.
Das ist in europäischen Nachkriegsstaat nicht mehr der Fall und über die beginnenden Staaten stand die Kirche, sie allein einigend in Religion, Gesinnung und Sprache. Nicht eines dieser Momente einigt die Staaten der Gegenwart.
Ein kümmerlicher Ersatz hierfür sind die sogenannten Weltorganisationen, internationale Demokratten ohne Geist und Seele, Geschöpfe einer Zeit, die an Zerstörungskraft reich, an gestaltenden Ideen und Männern bettelarm sind.
Felix Somary, Krise und Zukunft der Demokratie
- Broschiert: 154 Seiten
- Verlag: TvR Medienverlag; Auflage: 4. Auflage (18. Januar 2010) Erstveröffentlichung 1952
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3940431192
- ISBN-13: 978-3940431196
- Preis: 12,90 Euronen
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Auf der Blauen Narzisse unterhält sich Chefredakteur Felix Menzel, bekannt durch seine Tätigkeit für die Sezession und das Institut für Staatspolitik in einen aufschlussreichen Interview mit Roland Woldag über Sezessionismus, den Verlust nationaler und europäischer Identität, wie Deutschland daraus einen Vorteil ziehen kann und darüber, was Konservativismus heutzutage auszeichnet. Woldag ist Autor auf der Liberalen Platform Eigentümlich Frei und Betreiber der Seite Familienwehr.de
Anbei ein paar Auszüge aus dem zweiteiligen Interview (Teil I, Teil II), die vielleich dienlich sind den einen oder anderen Groschen fallen zu lassen:
Felix Menzel:[...] Das Seltsame an dem Thema Regionalismus [...] ist ja, daß es genügend empirische Beweise für die sezessionistische Entwicklung der Welt gibt. Wir können auf den Balkan schauen, in die zerfallene Sowjetunion oder auch nach Westeuropa, wo es in Großbritannien, Spanien oder Italien starke regionalistische Bewegungen gibt. Trotz dieser ganzen Reihe von empirischen Beweisen kommt jedoch über dieses Thema keine Debatte zustande. Es gibt viel weniger Hinweise auf eine Renaissance des Nationalstaats. Viel eher könnte es doch in Europa zu weiteren Sezessionen kommen, die für den Otto-Normalbürger heute noch völlig unvorstellbar sind.
Roland Woldag: Es hat um das Jahr 2000 einen Generationswechsel gegeben. Um diese Zeit ist eine Altersgruppe aus den Massenmedien ausgeschieden, die noch außerhalb der Bundesrepublik sozialisiert wurde. Danach ist das Klima in Deutschland sehr schnell in Richtung Gesinnungskontrolle gekippt. (weiterlesen …)
Und der fünfte Engel posaunte: und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben.
Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf; und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens.
Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde; und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben.
Johannes-Offenbarung, 9. Kapitel, Verse 1 – 3
Da Europa nun gerettet ist interessiert mich brennend wie dies denn nun genau vonstatten ging. Mich interessiert was sich auf der Metaebene zwischen Bürger und Politik abgespielt hat damit es zu diesem erfreulichen, wenn auch nicht ausreichendem, Ereignis kommen konnte.
Zusammen mit den eher süddeutschaffinen Österreichern (bairisch – ohne y!) sind die Niederländer das den Deutschen wohl ähnlichste Völkchen. In Sachen Wirtschaft, Bevölkerungsstruktur, Soziales usw. sind sie uns erschreckend ähnlich. Die Niederlande sind damit so eine Art Mini-Deutschland in dem sich gerade ein sehr spannendes Experiment abspielt. Der Hintergrund ist schnell erklärt, die Welt bringt es in diesem Artikel bereits in der Einleitung auf den Punkt: (weiterlesen …)
Bzgl. der Causa Wulff steht ausser Frage dass eine widerliche Medienkampagne geritten wird. Die Vorwürfe einzeln betrachtet sind nicht rücktrittswürdig, ob sie es als Ganzes betrachtet sind, daran scheiden sich die (eher simplen) Geister.
Wullf ist der ungeliebte Präsident von Merkels Gnaden, sein Intergrationgeblubber ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Frage ist ob man den durch die Kampagne erzeugten Schwung nutzt und mit den Medien-Wölfen heult um damit Wulffs Demontage, wenn auch aus anderen als den auf den Tisch liegenden Gründen, zu betreiben. Die Tatsache dass die Kampagne mittlerweile histerisch Züge angnommen hat ändert nichts daran daß Wulff in dem Amt von Anfang an nichts verloren hatte.
Eine Frage ist also ob man aus den falschen Gründen das Richtige tut oder ob man den Wulff davonkommen lässt weil man lieber die Nase über die Medien rümpft und ihn damit indirekt in Schutz nimmt, was ebenso bedeutet aus den falschen Gründen das Richtige zu tun.
Welche Variante ist also die Bessere?
Das Dilemma ist moralischer Natur, ich möchte zu bedenken geben dass es zwar ehrenhaft sein mag die Kampagne gegen Wulff zu verurteilen, man aber gleichzeitig die einzigartige Gelegenheit verpasst einen von Merkels Jüngern loszuwerden. Man kann es zu Recht opportunistisch nennen auf Basis der erhobenen Vorwürfe gegen Wulff zu wettern und seinen Rücktritt zu fordern. Wenn man allerdings wartet bis der richtige Mann wegen der richtigen Gründe (z.B. “Der Islam gehört zu Deutschland”) demontiert wird erreicht man nichts und legitimiert damit indirekt die Tatsache, dass das Amt des Bundespräsidenten mit der Einsetzung Wulffs vollens zum machtpolitischen Spielball der Systemparteien verkommen ist. (weiterlesen …)
Im Handelsblatt-Interview spricht der Philosoph Peter Sloterdijk über den Schuldenschlamassel, die linke Bankenkritik und die Suche nach einer neuen Ethik in Zeiten der globalen Vertrauenskrise.
Handelsblatt: Beginnen wir mit der Frage aller Fragen, mit der Schuldfrage: Wer trägt die Hauptschuld an dem Schlamassel, den wir derzeit in Europa sehen? Sind das die von Gier gesteuerten Systeme des Finanzmarktes, wie Sie es einmal formuliert haben, oder die von ihren eigenen Versprechungen abhängigen Politiker? Oder sind es die Bürger selbst, die immer mehr wollen, als sie zu zahlen bereit sind?
Peter Sloterdijk: So seltsam es klingt: Wir kommen heute – und Ihre Frage drückt das wunderbar aus – von den modernen Schulden zur klassischen Schuld zurück. Die Frage lautet ja: Wer ist schuld an den Schulden? Das bedeutet, dass es offenbar zwei Arten gibt, wie Menschen an eine belastende Vergangenheit gebunden sein können. Durch Schulden gebunden zu sein ist der moderne Weg. Schulden sind gewissermaßen die Sünden, zu deren Vergebung man durch Tilgung beitragen kann – während moralische Schuld uns durch einen anderen vergeben werden muss. (weiterlesen …)
Klima und Licht selber geben?
„Papst lobt Ökologie“, titelt die „Welt“ über die große Bundestagsrede von Papst Benedikt heute Nachmittag. Wirklich? Oder hat er vielmehr verschmitzt den ersatzreligiösen Klimawahn als irrational gegeißelt? -mit Video-

Der Papst sagte im Wortlaut: „Die sich exklusiv gebende positivistische Vernunft, die über das Funktionieren hinaus nichts wahrnehmen kann, gleicht den Betonbauten ohne Fenster, in denen wir uns Klima und Licht selber geben, beides nicht mehr aus der weiten Welt Gottes beziehen wollen. Und dabei können wir uns doch nicht verbergen, dass wir in dieser selbstgemachten Welt im Stillen doch aus den Vorräten Gottes schöpfen, die wir zu unseren Produkten umgestalten. Die Fenster müssen wieder aufgerissen werden, wir müssen wieder die Weite der Welt, den Himmel und die Erde sehen und all dies recht zu gebrauchen lernen. Aber wie geht das? Wie finden wir in die Weite, ins Ganze? Wie kann die Vernunft wieder ihre Größe finden, ohne ins Irrationale abzugleiten?“ (weiterlesen …)
Aus einem religiös bezogenen Weltartikel, kluge, treffliche Kernsätze:
Die multikulturelle Gesellschaft hat ein ungeschriebenes Gesetz: Sie muss alle Bedeutung im Vielfältigen suchen. “Alles so schön bunt hier” ist das höchste Lob, das sie aussprechen kann. Sie muss neben das Eine immer gleich ein Zweites und Drittes stellen. Tourismusorte werben heute vorzugsweise mit “Vielfalt” statt mit einem bestimmten Vorzug; in Zeiten von Lebensabschnitts-Partnerschaften geht man davon aus, dass immer wieder ein neuer Partner zur Stelle ist. Im Karneval der Kulturen rollen die Identitäten in ihren Festwagen vorbei – ohne wirkliche Bindungskraft, nur für die Zuschauerperspektive. (weiterlesen …)