Libyen: Vom Westen unterstützte Rebellen vernichteten ganze Stadt

Das Nato-Lügengebäude bricht zusammen

 Bodo Bost | 29.02.2012 | PaZ

Der größte Einzelkriegsschauplatz des Libyenkrieges war die dreimonatige Belagerung der Küstenstadt Misrata, der drittgrößten Stadt des Landes. Mehr als 2000 Menschen sollen in dieser Zeit den Kämpfen zum Opfer gefallen sein. Die Gaddafi-Armee hatte das nur 40 Kilometer entfernte Tawergha als Hauptquartier gewählt. Dort wurden Soldaten rekrutiert, Vorstöße in das von Rebellen besetzte Misrata gestartet und Raketen abgeschossen. Während des Krieges wurden die militärischen Einrichtungen von Tawergha zwar von zahlreichen Nato-Angriffen zerstört, aber die Stadt war weitgehend unversehrt geblieben. Am 12. August 2011 verkündeten libysche Rebellen, Tawergha erobert zu haben. Tawergha, einst eine Stadt von 30000 Einwohnern, wurde erst nach diesem Datum aus Rache zerstört. Der britische Journalist Andrew Gilligan besuchte im September 2011 Tawergha und fand die Stadt von den Einwohnern verlassen vor. Die Misrata-Brigade, eine halbautonome Einheit der Libyschen Nationalen Befreiungsarmee, hatte dort ethnische Säuberungen durchgeführt als Antwort auf die Unterstützung Gaddafis, wobei sich die Misrata-Brigade als „die Brigade für die Beseitigung von Sklaven und Schwarzhäutigen“ bezeichnete.

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Arabischer Frühling: Hilfsorganisation beklagt Folter von Gaddafi-Anhängern

Straßenszene aus Misrata: Systematische Folterungen an der Tagesordnung Foto: JF

TRIPOLIS. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat ihre Arbeit in den Internierungslagern in Misrata beendet. Als Grund wurden die immer zahlreicheren Verletzungen der Kriegsgefangenen durch Folter angegeben. Alleine seit August des letzten Jahres hat die Hilfsorganisation über hundert Häftlinge behandelt, die Spuren von Folter und schwerer Mißhandlung aufwiesen, teilte die Organisation mit.

„Einige Behördenvertreter haben versucht, die medizinische Arbeit von Ärzte ohne Grenzen zu instrumentalisieren oder zu behindern“, sagte der belgische Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen, Christopher Stokes. „Patienten wurden während der Verhöre zur Behandlung zu uns gebracht, um sie wieder fit zu machen für die Fortsetzung der Befragung. Das ist vollkommen inakzeptabel.“

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So grausam war Gaddafi

Was der Diktator und Tyrann Gaddafi seinem Volk alles antat, wird jetzt täglich Stück für Stück bekannt. Hier eine Aufzählung seiner Grausamkeiten unter denen die Libyer 4 Jahrzehnte leiden mussten.

  1. Es gab keine Stromrechnung in Libyen. Strom war kostenlos für alle Bürger.
  2. Es gab keine Zinsen auf Kredite. Die staatlichen Banken vergaben Darlehen an alle Bürger zu null Prozent Zinsen per Gesetz.
  3. Ein Heim/Zuhause zu haben galt als ein Menschenrecht in Libyen.
  4. Alle Frischvermählten in Libyen erhielten 50.000 US-Dollar. Dieses Geld sollte den Menschen ermöglichen ihre erste Wohnung zu kaufen. Die Regierung wollte so zum Start einer Familie beitragen.
  5. Bildung und medizinische Behandlungen waren frei in Libyen. Bevor Gaddafi an die Macht kam konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen. Heute liegt die Zahl bei 83 Prozent.
  6. Wollten Libyer in der Landwirtschaft Karriere machen, erhielten sie Ackerland, eine Bauernhaus, Geräte, Saatgut und Vieh als Schnellstart für ihre Farmen und das alles kostenlos.
  7. Wenn Libyer keine Ausbildung oder medizinische Einrichtungen finden konnten die sie benötigten, hatten sie die Möglichkeit mit der Hilfe staatliche Gelder ins Ausland zu gehen. Sie bekamen 2.300 USD im Monat für Unterkunft und Auto gezahlt.
  8. Wenn ein Libyer ein Auto kaufte, subventionierte die Regierung 50 Prozent des Preises.
  9. Der Preis für Benzin in Libyen war 0,14 $ (12 Rappen oder ca. 0,10 Euro) pro Liter.
  10. Wenn ein Libyer keine Arbeit bekam nach dem Studium, zahlte der Staat das durchschnittliche Gehalt des Berufs in dem er eine Arbeit suchte, bis eine fachlich adäquate Beschäftigung gefunden wurde..
  11. Libyen hat keine Auslandsschulden und ihre Reserven in Höhe von 150.000.000.000 $ sind jetzt weltweit eingefroren und wohl für immer verloren.
  12. Ein Teil jeden libyschen Öl-Verkaufs wurde direkt auf die Konten aller libyschen Bürger gutgeschrieben.
  13. Mütter die ein Kind gebaren erhielten 5.000 US-Dollar.
  14. 25 Prozent der Libyer haben einen Hochschulabschluss.
  15. Gaddafi startete Das “Great-Man-Made-River-Projekt” (GMMRP oder GMMR, dt. Großer menschengemachtes Fluss-Projekt) in Libyen. Es ist das weltweit größte Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.

Gott sei Dank haben Nato und Rebellen das libysche Volk davon befreit.

schweizmagazin

Libyen: Das große Morden – Berichte aus dem verschwiegenen Krieg

Auch wenn wir uns mit den drohenden imperialistisch-zionistischen Aggressionen gegen Syrien und Iran befassen, Libyen ist nicht vergessen.
Die NATO-Medien schweigen Libyen tot. Wir reden darüber.

Abgesehen von der Festnahme Saif Al Islam Gaddafis, die von der NATO zur Berichterstattung freigegeben wurde, blockiert die Westpresse derzeit wieder trotzig jegliche Nachrichten aus Libyen. Reuters veröffentlichte ein Video, in welchem Saif verkündet, er befände sich mit seiner Familie und seinen „Brüdern“ zusammen. BILD legt noch einen drauf, und zeigt das Reuters-Video komplett anders als die englische Version. Das Kampfblatt der geistigen Unterschicht titelt – weltweit einzigartig -  blindwütig vom Hass-Interview; kann im Video aber nichts zeigen, was hasserfüllt wäre. Auch in der englischen und der arabischen Fassung kommt nichts hasserfülltes vor, wenn man mal von der Tatsachen-Behauptung absieht, dass die NATO ein Kreuzritter-Pack ist. Doch welchen BILD-Leser kümmert das?

Die Lage in Libyen wird verheimlicht
In Libyen werden nach wie vor von NATO/NTC-„Rebellen“ Massaker und Kriegsverbrechen verübt. Darüber herrscht absolutes Stillschweigen bei ARD, ZDF und RTL. Die Marterung Gaddafis, fast in Echtzeit weltweit zu verfolgen gewesen, bezeichnen die Konzern- und vom deutschen Volk zwangsweise bezahlten Staatssender allen Ernstes als „ungeklärte Todesumstände“. 

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Al-Qaida prahlt mit libyschen Waffen

Unbewachte Munitionskisten in der libyschen Wüste

Seit Wochen warnen Experten, dass Waffen aus geplünderten libyschen Beständen durch Afrikas Unruhegebiete geistern. Nun gibt es neue Indizien: In Niger und Mauretanien könnte das Kriegswerkzeug Terroristen und Ex-Gaddafi-Alliierten in die Hände gefallen sein.

Es war ein ungewöhnlich heftiger Schlagabtausch, der am vergangenen Sonntag in nördlichen Niger zwischen der Armee des Landes und einer Gruppe unbekannter, aber umso schwerer bewaffneter Männer stattfand: Ein Soldat und 13 der Kämpfer seien dabei ums Leben gekommen, berichtet das Fach-Blog al-Wasat unter Berufung auf nigerische und westliche Medien.

Bei den bewaffneten Kämpfern könnte es sich um versprengte libysche Ex-Gaddafi-Loyalisten handeln, die offenbar gemeinsam mit Tuareg aus Mali unterwegs waren. Erstaunlich war, was die Kämpfer an Waffen bei sich hatten: elf Maschinengewehre verschiedener Typen, 36 Sturmgewehre und angeblich über 11.000 Schuss Munition. Außerdem noch drei Raketenwerfer. (weiterlesen …)

Der Westen fördert islamistische Machtübernahmen

Schon seit langem wird Israel aufgefordert, mit Hamas zu sprechen. Seit der “arabische Fruehling” begonnen hat, wird diese Aufforderung ausgeweitet: Der Westen soll mit den Islamisten reden.

Die gleichen Leute und Medien behaupteten zwar noch vor wenigen Monaten, dass der “arabische Frühling” nun wirklich nichts mit Islamismus am Hut habe und dass eine neue Generation in der arabischen Welt endlich auch westliche Freiheit und Demokratie wolle. Ich erinnere mich auch gut daran, wie Israel geschmäht wurde, weil wir die Lage nicht ganz so rosarot sahen.

Zum Beispiel Hamed Abdel-Samad: Ende Januar war er sich sicher “Hier demonstriert keine islamische Sekte” Gestern sah er nur noch folgende bedrückenden Optionen “Scharia oder Scharia light? Auch er fände es gut, wenn nun islamistische Kräfte an die Macht kämen.

Barry Rubin hat die dahinterstehenden Gedanken gut analysiert und widerlegt. Ich übersetze seinen Text ins Deutsche: (weiterlesen …)

Böses Erwachen in Libyen

Gaddafi-Anhänger noch immer aktiv – Islamisten die einzig einigende Kraft im Land?

Noch immer bis an die Zähne bewaffnet: Viele Gaddafi-Anhänger werden von ihren Stämmen gedeckt. Bild: Six

Was waren das für beeindruckende Szenen: Tausende friedliche Demonstranten auf der Mittelmeerpromenade von Bengasi. Studenten bauten Zelte auf. Jungen und Mädchen säuberten gemeinsam die Straßen. „Juden und Christen sind unsere Brüder“, wurde mit strahlenden Augen verkündet. Doch die Disziplin von damals hat Risse bekommen.

Im Februar und März 2011 wurde noch jeder ausländische Reporter in der libyschen Cyrenaika selbst ohne Visum und Einreisestempel als „Verbündeter“ im Kampf gegen Muammar al Gaddafi mit großer Herzlichkeit empfangen. Doch wo noch vor einigen Monaten die (männliche) Jugend am nächtlichen Lagerfeuer über Allah und die Welt diskutierte, sammeln sich nun in der Dunkelheit ausschließlich Bewaffnete und Drogenabhängige. Die beiden freien Medienzentren sind zugrunde gerichtet. Auf die zahlreicher werdenden Streitereien zwischen diversen Personen und Gruppen folgen meist wüste Schüsse – in die Luft. Ohne organisierte Polizei ist dies kein Wunder.

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Libyen: Der Krieg geht weiter…

…  und immer mehr Verbrechen von NATO und NTC kommen ans Licht.

Die Kämpfe halten an – NATO-Präsenz besteht fort

Die Stille in den NATO-Allianz-Medien in Deutschland, ganz Europa, Amerika und Nahost soll darüber hinweg täuschen: Der Krieg gegen Libyen ist nach wie vor in vollem Gange. Täglich fügt der libysche Widerstand Okkupanten und Kollaborateuren Verluste zu. Nach verschiedenen Quellen haben libysche Kräfte gegen die NATO in Bani Walid wieder schwere Gefechte geführt, die Kontrolle übernommen und die grüne Flagge gehißt. Die Stämme der Region vergeben den NATO-Kollaborateuren von u. a. der grausamen Misrata-Brigade nicht. Es sei zu viel Blut geflossen, zu viele Menschen umgebracht worden. In Tripolis gehen die „Freiheitskämpfer“ auf einander los und bringen sich gegenseitig um. Die Unterstützung für den selbsternannten und von der NATO bezahlten NTC ist in Libyen gering.

Die kleine NATO 2.0
Die NATO beendete ihren Einsatz am 31. 10. 2011, zieht sich angeblich zurück. Das ist eine List und Lüge. Der Befehlshaber der Armee von Katar sagte einen Korrespondenten von „Voice of Russia“ die katarische Luftwaffe „überwacht“, den Luftraum über Libyen da Tripolis keine Jets mehr hat. VoR berichtet weiter, dass auch andere Länder mit der NATO auf der Seite der „Rebellen“ gegen Gaddafi kämpften. Unter den NTC-Kämpfern waren Hunderte Kataris.  (weiterlesen …)

BKA warnt vor Raketen-Anschlägen auf Passagier-Jets!

Ach wat, erlisch ey?!

Weltweit wächst die Angst vor Anschlägen auf Passagierjets mit libyschen Boden-Luft-Raketen. Erste solcher Fliegerfäuste werden nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes (BKA) bereits auf dem Schwarzmarkt in Ägypten gehandelt!

Ein Horrorszenario – die Folgen nicht auszudenken: Schultergestützte Boden-Luft-Raketen aus Beständen des Gaddafi-Regimes könnten in die Hände von Al-Qaida-Terroristen gelangen! 

Nach BILD.de-Informationen kursiert in Kreisen der deutschen Sicherheitsbehörden eine geheime Warnmeldung des Bundeskriminalamtes (BKA). Auch der Zoll ist bereits alarmiert. Danach sind Hunderte russische SA-7-Raketen aus Libyen verschwunden und unter anderem nach Ägypten gebracht worden. Dort werden sie nach BILD.de-Informationen auf dem Schwarzmarkt angeboten.  (weiterlesen …)

Gaddafis Sohn Saif al-Islam: Ich werde mich nie Den Haag ergeben

Saif al-Islam, Sohn des ermordeten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, hat Meldungen dementiert, wonach er sich freiwillig dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag stellen will.

“Ich werde mich nie ergeben”, wurde Saif am Montag vom Internet-Portal El-Bowawa zitiert. Gaddafis Sohn rief seine Anhänger auf, Medienberichten über seine Bereitschaft, sich zu ergeben, nicht zu glauben. Er bekräftigte seine Treue zum früheren Versprechen, “den Vater nicht zu verraten, der sich nie ergeben und Omar al Mukhtar nie verraten hat”. (Al Mukhtar leitete 1923-1931 den bewaffneten Kampf der Libyer gegen die Italiener – Anm. der Redaktion.) Saif zitierte auch seinen Vater mit den Worten: “Wir werden uns nie ergeben. Wir werden siegen oder sterben.”

“Ihr müsst eurer Führung glauben. Wir werden gemeinsam den Kampf beenden, den Omar al Mukhtar begonnen und Muammar el-Gaddafi fortgesetzt hat”, sagte Saif. (weiterlesen …)

Libyen und die Scharia

Die Nato beendet ihren Einsatz in Libyen. Das befreite Land wendet sich der Scharia zu. Auf Druck der Islamisten werden moderate Kräfte aus dem Übergangsrat vertrieben.

"Revolutionäre" verhaften völilg willkürlich angebliche Gaddafianhänger

An der Wand lehnt seine Kalaschnikow und um seinen Hals baumelt ein Ausweis des Nationalen Übergangsrats. 35 Dinar, umgerechnet etwa 17 Euro, verlangt der Grenzposten für einen Einreisestempel. “Sonst geht nichts”, sagt der kaum 18-Jährige. “Revolution hin oder her.” Das Geld steckt er etwas abseits, in einer dunklen Ecke des Grenzübergangs in Ras Dschedir, in seine Hosentasche.

Vor wenigen Monaten wäre das noch undenkbar gewesen. Der Krieg ist zu Ende, und eine neue Normalität kehrt ein in Libyen. Kaum jemand hält einem noch mit breitem Lächeln die Hand mit dem Victory-Zeichen entgegen. Die “Herzlich Willkommen!”-Rufe sind verstummt.

Besuchern aus dem Westen begegnet man mit Distanz, manchmal sogar Feindseligkeit, wenn sie weiblich sind, werden sie bisweilen auf offener Straße angepöbelt. “Wir haben gesiegt”, sagt ein feiernder, junger Libyer auf dem Märtyrerplatz in der Hauptstadt Tripolis. “Wir haben Öl, wir sind reich und frei. Wir brauchen niemanden und können jetzt machen, was wir wollen.” (weiterlesen …)

“Religion hat in der Politik nichts zu suchen”

Der Diktator ist tot, doch was kommt jetzt im befreiten Libyen? Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt der Vizepräsident des Nationalen Übergangsrats, Abdul Hakim Ghoga, welche Chancen er der Demokratie und der Scharia einräumt.

SPIEGEL ONLINE: Das alte Regime ist weggefegt, doch schon kratzt die wahrscheinliche Hinrichtung des flüchtenden Diktators Gaddafi am Image der Revolutionäre. Amnesty International ist empört, Regierungschef Mahmud Dschibril kritisiert die Täter…

Ghoga: …ich verurteile jeden Verstoß gegen die Menschenrechte, für ungesetzliche Tötungen gibt es keine Entschuldigung – ohne Ausnahme. Wir haben acht Monate gegen eine brutale Diktatur, gegen die Gaddafi-Tyrannei gekämpft, eben weil uns die Menschenrechte vorenthalten worden waren

SPIEGEL ONLINE: Sie haben einen politischen Fahrplan, um ein neues demokratisches Libyen zu erfinden. Wie soll das gehen – vier Jahrzehnte gab es keine politischen Parteien und Gewerkschaften? (weiterlesen …)

Helfer fliegen Hunderte verletzte Libyer nach Deutschland

lautet die SPIEGEL Schlagzeile von heute und führt fort:

Hamburg – Libyen ist befreit, doch das Land kämpft weiter mit den humanitären Folgen der monatelangen Gefechte gegen das Gaddafi-Regime. Nun läuft ein großangelegtes Hilfsprogramm an. Mehrere hundert verletzte Libyer sollen nach Deutschland gebracht werden. Nach Informationen der “Financial Times Deutschland” fliegt die auf Krankentransporte spezialisierte Firma Almeda Hilfsbedürftige aus und verteilt sie auf ausgesuchte Krankenhäuser. Die Initiative wurde vom Auswärtigen Amt organisiert.

“Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten zehn Tagen bis zu 300 Patienten ausgeflogen haben”, sagte Almeda-Geschäftsführer Stefan Kottmair. “Unsere Flieger steuern fast täglich mit vier bis 20 Patienten deutsche Städte an.” Es gehe nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi darum, “schnelle und praktische Hilfe zu leisten, um einen demokratischen Wiederaufbau Libyens voranzutreiben”, sagte Außenminister Guido Westerwelle(FDP) der Zeitung. Zu der Solidarität gehöre neben Unterstützung beim Aufbau des Gesundheitssystems auch die Versorgung Verwundeter. (weiterlesen …)

In Libyen gilt einzig die Scharia

Noch einmal strömten am Sonntag in Bengasi Zehntausende zusammen. Familien, Aktivisten, Milizsoldaten, einfache Bürger – sie alle trugen jetzt auch symbolisch die Ära des Grauens und der Finsternis zu Grabe, die Ära des selbst ernannten ewigen Revolutionsführers, des „Bruder Führer“ Muammar al-Gaddafi. Sie kamen, um Mustafa Abdul Dschalil zu hören, den ruhigen, frommen, bescheidenen Vorsitzenden des Übergangsrates, jenes Gremiums, das den Aufstand gegen Gaddafi koordinierte und nach außen vertrat. Drei Tage nach dem Tod des ehemaligen Tyrannen erklärte Dschalil ganz Libyen für befreit.

Zehntausende Menschen versammelten sich am Sonntag zu einem Festakt in Bengasi. Dschalil verkündete offiziell den Sieg über das Gaddafi-Regime – und versprach, die Basis für das neue Libyen werde die islamische Rechtssprechung. Er rief zur Versöhnung und Toleranz auf. Die Libyer sollten das Recht nicht in die eigene Hand nehmen. Zugleich machte er sich stark für eine islamische Orientierung Libyens: Bei uns ist das islamische Recht die Grundlage der Rechtsordnung, erklärte Dschalil. „Ein Gesetz, das dem islamischen Recht widerspricht, ist null und nichtig.In diesem Sinne sei auch das geltende libysche Eherecht zurückzuweisen, das die Zahl der Frauen für einen Muslim begrenzt.

Man werde auch islamische Banken gründen, die keine Zinsen verlangen. Er warnte vor einer Spaltung des Landes. „Wir sind alle Brüder geworden, was wir lange Zeit nicht waren.“

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