Welt- Online ist für mich normaler Weise ein rotes Tuch, aber manchmal findet auch ein blindes Huhn ein Korn. Zumindest Heute schenkt sie den selbsternannten “Moralwächtern” kräfig ein, wenn auch unter einem dämlichen Titel, denn blamieren tun sich andere:
“Deutsche Blamage – wir und Norwegens Tragödie
Intellektuelle versuchen nach der Schreckenstat in Norwegen, die Islamdebatte an Stellen zu retabuisieren, wo es für linke Migrationsfantasien schmerzhafte Niederlagen gab.
[...]Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion plädierte fast rituell für die Vorratsdatenspeicherung. Claudia Roth von den Grünen forderte die Bundesregierung zum Kampf gegen rechts auf. Andrea Nahles erneuerte ihren Wunsch nach einem NPD-Verbot, ein grüner Innenexperte schrie nach einem verschärften Waffenrecht, und schließlich war es der stammtischerprobte SPD-Chef Sigmar Gabriel, der wusste, wer Schuld an der norwegischen Tragödie hatte: Thilo Sarrazin.
Die deutsche Politik präsentiert sich so bis auf Ausnahmen als stilloses Ensemble von Akteuren, die umso lauter wüteten, je dümmer, durchschaubarer und geschmackloser ihre politischen Folgerungen sind – und dies angesichts ermordeter Jugendlicher. Das passt gut in einen neudeutschen Hang zum Autismus, dessen Mangel an Empathie auch bei außenpolitischen Entscheidungen von Griechenland bis Libyen aufscheint. Kontrastiert wird das durchsichtige Manövrieren um politischen Landgewinn im Windschatten einer Katastrophe, dieses teutonische Lärmen und Raunen, durch die Zivilisiertheit des norwegischen Volkes und seiner Repräsentanten.[...]“
Richtig, es ist fast ekelerregend, wie sich einige Kasperlefiguren des Neobolchiwismus deutscher Prägung des bösen norwegischen Alptraumes bedienen, um ihre orwell’schen Denkverbote an’s Volk zu bringen. Symptomatisch, das die überwiegende Mehrheit der Parteilaffen durch beredtes Schweigen diesen Knallchargen zustimmt. Frei nach dem Motto:
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie – SPIEGEL 52/1999
Euch allen sei gesagt, das Volk und inbesondere Wir, die Kritiker, vergessen das nicht! Es kommen auch wieder andere Zeiten!


















